Schafft euch ein Nebenamt

Bei einem Besuch im Ratzeburger Dom ist mir ein Gedicht von Albert Schweitzer in die Hände gefallen, das mich sehr berührt hat.

Viele von uns sind ehrenamtlich tätig. Wie gut ein Ehrenamt dem Menschsein tut, kommt in diesen Zeilen wunderbar zur Sprache.

Schafft euch ein Nebenamt


Schafft euch ein Nebenamt,


… ein unscheinbares, vielleicht ein geheimes Nebenamt.

Tut die Augen auf und sucht, wo ein Mensch oder ein gutes Werk ein bisschen Zeit, ein bisschen Teilnahme, ein bisschen Gesellschaft, ein bisschen Arbeit eines Menschen braucht.

Vielleicht ist es ein Einsamer oder ein Verbitterter oder ein Kranker oder ein Ungeschickter, dem du etwas sein kannst. Vielleicht ist es ein Greis oder ein Kind.

Oder ein gutes Werk braucht Freiwillige, die einen freien Abend spenden oder Gänge tun können.

Wer kann die Verwendungen alle aufzählen, die das kostbare Betriebskapital, Mensch genannt, haben kann!

An ihm fehlt es an allen Ecken und Enden! Darum sucht, ob sich nicht eine Anlage für Menschentum findet.

Lass dich nicht abschrecken, wenn du warten oder experimentieren musst. Auch auf Enttäuschungen sei gefasst.

Aber lass dir ein Nebenamt, in dem du dich als Mensch an Menschen ausgibst, nicht entgehen. Es ist dir bestimmt, wenn du es nur richtig willst…

Albert Schweizer