Die Isenbütteler Goldene Kette

1200 Jahre alter Glanz – die Isenbütteler Goldene Kette

Nicht nur in das Wappen der Gemeinde Isenbüttel hat diese Goldene Kette Einzug gefunden, sie besticht auch heute noch durch eine schlichte Eleganz und zeugt von einer feinen Goldschmiedekunst in der Zeit der Merowinger.

Die Isenbütteler Kette ist zur Zeit im Rahmen der Ausstellung „Saxones“ im Braunschweigische Landesmuseum zu Gast.

Im Allgemeinen ist die Isenbütteler Goldene Kette im Niedersächsischen Landesmuseum in der Abteilung für Urgeschichte in Hannover beheimatet. Zurzeit ist sie jedoch in Braunschweig zu sehen – Eine gute Gelegenheit, sich dieses Schmuckstück einmal anzusehen.

„Was ist das für eine Goldkette auf dem Wappen der Gemeinde Isenbüttel?“, habe ich mich oft gefragt. „Das abgebildete Schmuckstück soll an die mehr als achthundertjährigen Geschichte des Ortes Isenbüttel erinnern,“ hieß es. Um diese Goldene Kette rankt immer noch etwas Geheimnisvolles.

Meine Nachforschungen ergaben, dass die Goldene Kette 1922 im Dünensand eineinhalb Kilometer südlich von Isenbüttel an der Mühlenriede gefunden wurde. Sie wurde bei Rodungsarbeiten zufällig ausgegraben. Weitere Schätze gab es nicht, obwohl man intensiv danach gesucht haben soll. Sofort fallen mir Geschichten ein. Befindet sich in der Nähe der Fundstelle nicht auch die Räuberbrücke? In alten Überlieferungen findet man ja oft ein Körnchen Wahrheit.

Die Goldene Kette ist 42 Zentimeter lang. Sie wurde als fünfdrahtige Goldflechtarbeit hergestellt. An den Enden befinden sich zwei stilisierte Drachen- oder Schlangenköpfe, wobei einer dieser beiden leider nur noch zur Hälfte erhalten ist. Archäologen datierten das Alter der Goldenen Kette auf 700 nach Christus, die Zeit der Merowinger. In dieser Zeit muss hier noch ziemliches Ödland gewesen sein. Wie also kommt so ein Schmuckstück nach Isenbüttel?

Eine Zeitlang befand sich eine von einem Goldschmiedemeister aus dem hessischen Hannau gefertigte Nachbildung im Heimatmuseum im Gifhorner Schloss. 1963 wurde diese Kopie jedoch gestohlen. Jetzt gibt es im Gifhorner Heimatmuseum leider, leider nur noch eine Abbildung der Isenbütteler Goldenen Kette.

Der Besuch der Ausstellung „Saxones“ im Braunschweiger Landesmuseum war sehr spannend. Aber wenn ich noch mehr über die Kette erfahren will, muss ich wohl weiter forschen. Trotzdem, eine sehenswerte Ausstellung – noch bis Februar 2020 zu sehen.