Das Erntedankfest ist in Isenbüttel immer ein besonderes Fest. Bunt geschmückte Wagen ziehen Richtung Schützenplatz und viele, viele Besucher erfreuen sich über die Vielfalt dieser Wagen. Ich mag den Umzug auch, weil ich die Ideevielfalt bewundere.
Ich mag den Herbst. Vielleicht, weil er ein bisschen so ist wie das Schreiben.
Draußen wird es ruhiger. Die Tage werden kürzer. Morgens liegt der Nebel über den Feldern, die Blätter färben sich und tanzen im Wind und plötzlich ist da wieder diese Zeit, in der eine Tasse Kaffee am Schreibtisch besonders gut schmeckt.
Für mich ist der Herbst auch eine Zeit der Geschichten. Ideen, die im Sommer irgendwo zwischen Sonnenschein, Veranstaltungen und langen Tagen herumgeflattert sind. Sie dürfen sich nun setzen. Manche verschwinden wieder. Andere werden hartnäckiger – und wollen unbedingt erzählt werden.
Dann sitze ich an meinem Schreibtisch, schaue hinaus und denke: Eigentlich müsste ich dringend dieses oder jenes erledigen.
Und dann kommt eine Geschichte vorbei.
Was soll man als Autorin da machen?
Also bekommt sie einen Platz, wenigstens für ein paar Zeilen. Denn vielleicht ist genau jetzt ihre Zeit.
Und während draußen die Blätter fallen, darf drinnen etwas Neues wachsen.
Ich glaube, genau das mag ich am Herbst besonders.